Cognitive Apprenticeship
Der Ansatz des „Cognitive Apprenticeship“ könnte als „kognitive Meisterlehre“ übersetzt werden (vgl. KONRAD/TRAUB 2001). Dabei soll versucht werden, das traditionelle Meister-Lehrling-Verhältnis in modifizierter Form auf kognitive Lernziele zu übertragen, wobei nicht so sehr der tatsächliche Erwerb von starrem Wissen, sondern vielmehr eine Kompetenzerweiterung im Bereich allgemeiner, übertragbarer Fähigkeiten im Vordergrund steht (RÖLL 2003).
Ursprünglich sollte durch diesen Ansatz versucht werden, das implizite Wissen von Experten für das Lernen zugänglich zu machen. Da in der Schule und in der Bildung Wissen meist abstrakt vermittelt werdenund der praktische Einsatz von Wissen sowie metakognitive Fertigkeiten vernachlässigt werden (lernen zu lernen), wird der Ansatz auch im Bildungsbereich eingesetzt, um diese Mängel zu beseitigen (RÖLL 2003).
Durch wechselseitiges Mitteilen werden sowohl Denkprozesse, als auch angewandtes Wissen öffentlich und dadurch verhandelbar. Diese dialogische Struktur erlaubt es Anfängern aktiv am Problemlösen teilzunehmen und mittels der Unterstützung von Experten, trotz noch beschränkter kognitiver Ressourcen, relevantes Wissen zu erwerben. Da diese Aneignung in einem authentischen Handlungskontext und im Austausch mit Experten geschieht, kann die kontextspezifische Bedeutung des Wissens erfahren werden. Gleichzeitig wird die jeweilige Sprache (Terminologie) und die damit verbundene Art, das eigene Tun zu reflektieren, internalisiert. Die Lernenden wachsen sozusagen in eine "Expertenkultur" hinein (GRUBER/MANDL/RENKL).
Dem Ansatz werden viele Vorteile zugeschrieben. So sollen die Beobachtung und eigene praktische Ausführung (Externalisierung) bestimmter Fertigkeiten die Bildung des kognitiven Modells unterstützen. Dieses soll wiederum eine interpretative Struktur bereitstellen, damit Rückmeldungen, Hinweise und Korrekturen auf fruchtbaren Boden fallen. Letztendlich soll sich daraus die autonome Fähigkeit zur Reflexion entwickeln (ISSING/KLIMSA 1995).
Literatur
Information und Lernen mit Multimedia (Ludwig J. Issing, Paul Klimsa) (1995)Pädagogik der Navigation (Franz Josef Röll) (2003)
Situiertes Lernen in multimedialen Lernumgebungen (Hans Gruber, Heinz Mandl, Alexander Renkl 1995)
Kooperatives Lernen (Klaus Konrad, Silke Traub 2001)
